13 typische Fehler in wissenschaftlichen Arbeiten – und wie Sie diese vermeiden Teil 2

25. Dezember 2017
13 typische Fehler in wissenschaftlichen Arbeiten – und wie Sie diese vermeiden Teil 2

Sowohl bei Studienanfängern als auch bei Fortgeschrittenen sehen wir beim wissenschaftlichen Schreiben immer wieder die gleichen Fehler. Im zweiten Teil unseres Beitrages finden Sie weitere wertvolle Tipps und Hinweise, um sie in Ihrer Arbeit zuverlässig zu umgehen – unabhängig von Ihrem Fachbereich und Thema.

8. Füllwörter, Füllsätze und Floskeln

Verzichten Sie auf Sätze bzw. Satzteile sowie Füllwörter, die keine Aussage haben und dem Leser keinen informativen Mehrwert bieten. Sie können ersatzlos gestrichen werden.

Beispiele:
eben, wohl, wirklich, eigentlich, regelrecht, gewissermassen, tatsächlich
„Wir kommen jetzt zu einem Punkt, der …“, „Hier stellt sich die entscheidende Frage, ob …“, „In der Tat …“

9. Relativpronomen

Ein häufig anzutreffende stilistische Unschönheit ist die Verwendung von „welcher, welche, welches“ als Relativpronomen. Diese sollten nur verwendet werden, um die Wiederholungen „die die“, „der der“ usw. zu verhindern.

Besser:
Zur Veranschaulichung dient Abbildung 3, die zeigt…
Der Betroffene, der im definierten Zeitraum…
Die Daten, welche die Nullhypothese unterstützen…

Unschön:
Zur Veranschaulichung dient Abbildung 3, welche zeigt…
Der Betroffene, welcher im definierten Zeitraum…
Die Daten, die die Nullhypothese unterstützen…

10. Subjektive Aussagen

Auf subjektive Bewertungen und ungenaue Aussagen, die sich nicht allgemeingültig messbar belegen lassen, sollte verzichtet werden. Dazu gehören Superlative, Übertreibungen und vage Formulierungen. Stattdessen können absolute Werte oder nachvollziehbare Verhältnisse bzw. Vergleiche angegeben werden – denn ein kalter Backofen ist wahrscheinlich immer noch wärmer als ein warmer Kühlschrank.

11. Typische Kommafehler

Sätze mit fehlenden oder verkehrt gesetzten Kommata sind häufig nur schwer bzw. nicht richtig oder gar nicht zu verstehen. Zum Glück lassen sich die typischen Kommafehler entweder dank den nachfolgenden Tipps oder durch ein gezieltes Korrektorat bzw. Lektorat vermeiden.

  • Bei Satzkonstruktionen mit „um/ohne/(an)statt/als/ausser… zu“ kommt früher oder später immer irgendwo ein Komma hin:

Beispiele:
Um seine Bachelorarbeit zu schreiben, hat er viel recherchiert.
Ohne Literaturrecherche ist es nicht möglich, eine wissenschaftlich fundierte Masterarbeit zu schreiben.

  • Bei Satzkonstruktionen mit „nicht nur…, sondern auch“ steht ein Komma, bei „sowohl… als auch“ hingegen nicht:

Beispiele:
Sie hat nicht nur geschrieben, sondern auch gemalt.
Sie hat sowohl geschrieben als auch gemalt.

  • Dass bei Aufzählungen vor „und“ in der Regel kein Komma steht, ist wohl bekannt. Das gilt aber ebenso für sowie und Abkürzungen wie etc., usw., u. a.

Beispiele:
Tulpen, Rosen, Orchideen etc. sind Blumenarten.
Dieser Standort eignet sich für Blumenarten wie Tulpen, Rosen und Orchideen sowie für kleinere Obstbäume.

12. Die Schreibung der Zahlen in wissenschaftlichen Arbeiten

Es gibt zwar keine festgelegte Regel bezüglich der Schreibung von Zahlen, aber es hat sich eine Konvention herausgebildet, die wir empfehlen möchten.

Ausgeschrieben werden:

  • Ganze Zahlen ohne Masseinheit von null bis zwölf, ausser bei Querverweisen („In Kapitel 3 folgt“, „Abbildung 2 zeigt“, „siehe Seite 5“ usw.).
  • Runde Zahlen wie null, zwanzig, hundert usw.
  • Ordnungszahlen, z. B. erste, zweiter, drittes.

Nicht ausgeschrieben werden:

  • Ganze Zahlen ab zwölf, z. B. 13, 120, 1500 usw.
  • Dezimalzahlen
  • Zahlen mit Masseinheiten, z. B. 10 km, 20 CHF, 3.5 kg, 10 %.
  • Jahreszahlen und Uhrzeiten, z. B. 2017 oder 13:00 Uhr.

13. Das oder dass?

Ob „das“ oder „dass“ geschrieben wird, können Sie sich anhand einer Regel ganz einfach merken: „Das“ lässt sich immer durch „dieses“, „jenes“ oder „welches“ ersetzen, ohne dass der Satz seinen Sinn verliert. Wenn das nicht funktioniert, verwenden Sie besser „dass“.

Beispiel:
Der Autor hat ein Buch geschrieben, das sehr gut ankommt.
Der Autor hat ein Buch geschrieben, welches sehr gut ankommt.

Aber:
In wissenschaftlichen Texten ist es relevant, dieses/jenes/welches dass Sie sich so einfach wie möglich ausdrücken.

Und nicht vergessen…

Am Ende sollte immer noch ausreichend Zeit für den Feinschliff verbleiben. Und damit Grammatik, Rechtschreibung sowie Zeichensetzung fehlerfrei sind, sollten Sie zudem auf ein Lektorat bzw. Korrektorat von corrigena setzen – denn gut formulierte und richtig geschriebene Texte werden gerne gelesen und richtig verstanden.